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Geistiger Bewegungsmelder   "Texte"

Später ....

Später, wenn die Eule ruft, und der Erpel seine Frau putzt,
tief im Schilf, ganz geschützt, und der Kauz Gewölle auskutzt.
Später, wenn die Unke röhrt, dass es gar den Lindwurm stört,
und die Kröte wieder mal, ihre Warzen glattrasiert,
dann, mein Schatz, halt dich fest, komme ich ganz ungeniert,
in dein Bett, ganz mittendrin, und leg‘ an deine Brust mein Kinn.

Und dann träum‘ ich bunte Träume,
ganz verworren komisch Zeug,
zwischen uns sind hohe Zäune,
darauf sitzen viele Leut’
schauen blöd zu uns herunter, was wir beide da wohl tun,
dabei will ich doch nur schlafen, sanft auf deiner Schulter ruh’n.

Mann, wie war der Tag doch Scheiße, immer ewig diese Hatz,
allem hinterher zu laufen, nur im Herzen bleibt kein Platz.
Bleibt kein Platz für Zärtlichkeiten, keine Zeit mal abzutour’n,
nur im Hinterkopf die Schmerzen, und im Darme das rumor’n.

Alle woll’n doch nur das Beste, Waschbrettbauch und Gelfrisur,
dickes Auto, Seidenweste, Sonnenbraun und Glitzeruhr.
Immer höher die Etagen, immer weiter, - gib nie auf,
Arschtritte von allen Seiten, Mobbing, - dann die rote Couch.

Ist das nun das edle Streben, was uns immer weiter zwingt?
Oder ist es nur das Sägen, was uns in die Kiste bringt?

Ach, mein Schatz, wie riechst du süßlich, noch im Traum umfängst du mich,
und die Unke unkt genüßlich und der Lindwurm windet sich
feste um die Preisspirale, doch er kommt nie oben an.
Nur dein Arm der zuckt ganz zärtlich, - zieht mich fester an dich ran.

© Christian Koch

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