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Geistiger Bewegungsmelder "Aus dem Bauch heraus" oder auch "Die Laus auf meiner Leber"

Flaschenautomaten
Es gibt sie ja nun schon einige Jährchen, - die Kumpels, die uns manchmal den Kopf schütteln lassen.

Hat mal jemand jemals ausgerechnet, was die an Unterhaltung kosten?; - geschweige denn den CO2-Gehalt, den die ausspucken?
Der wird ja bei jedem Pup berechnet, bei jedem Rülpser einer Milchkuh und bei jeder Google-Anfrage.
Andererseits kann man in der Warteschlange vor diesen Kumpels manche Typenstudie beschreiben. Da steht zum Beispiel der lässige Typ, kaugummikauend und das Leergut mit Gemütsruhe in den Automaten schiebend. Kommt die Pulle wieder raus, - nur keine Miene verziehen und wieder reinschieben. Beim nächsten Schub klappt es fast immer. Jetzt ist ja da auch dieser Hinweis zu lesen, dass die Flaschen mit dem Boden zuerst hinein geschoben werden müssen.
Dieses hatten findige Leute , wie auch ich, schon Jahre früher erkannt und die Unerfahrenen in der Schlange vor uns darauf aufmerksam gemacht.
Der Automat ist doch saublöd. Kann eine Pulle nicht von oben und unten unterscheiden.
Dafür aber, ob er das Leergut annimmt, - oder auch nicht.
Gestern war ich in einem Discounter mit ner Kiste Krombacher (das ist jetzt keine Schleichwerbung sondern ein Tatsachenbericht) am Mann und schiebe diese in den Automaten. Kommt wieder raus mit dem Hinweis, sie wäre nicht im Sortiment. Ich drehe die Kiste also um, man kennt sich ja aus, - und auf ein Neues. Retoure. Nochmal. Nochmal retoure. Bevor ich gegen den Automaten trete, gehe ich doch lieber eine Angestellte des Disssskauntass zu holen mit dem Hinweis auf meine vernachlässigte Kiste Leergut.
Krommmbacher, die nehmen wir doch nicht, sagt die Dissskaunterin.
Das verstehe ich jetzt aber nicht, sage ich, und zeige auf einen Stapel Krombacher im Bereich der vollen Bierflaschen.
Ja, das sind ja auch Elfer, und sie haben ne Zwanziger.
Na und? Ist doch Krombacher. Nehmen sie mir die Kiste nun ab?
Nein; - sehr bestimmt.
Ich erzählte der Dissskaunterin dann noch, daß mir der Automat eh auf die Nerven geht und begab mich dann trollend zur Kasse.
Von dieser kassierenden Dissskaunterin wurde ich dann aufgefordert, die Kisten doch mal anzuheben.
Ich bin kein Dieb. Ausserdem war ich ärgerlich. Also sagte ich ihr, dass ich der Unfreundlichkeit dieses Geschäfts mit meiner Unfreundlichkeit begegne und ließ sie die Kisten selbst hochheben. Es waren keine Zeitungen oder plattegdrückten Radieschen vom Sonderangebot drunter.
Die Krombacher Kiste gab ich dann in meinem Lieblingssupermarkt ab, - wo der Automat aufgrund seiner weitreichenden Befugnis ein wahrer Kumpel ist, und dachte wehleidig an die Zeiten, als auch dort noch ein menschliches Wesen mein Leergut in Empfang nahm, freundlich lächelte, einen kurzen Schwatz machte und darüber hinaus überaus froh war, einen Job zu haben.
Ich für mich in aller Ruhe nachdenkend glaube, dass so ein Automat, gemessen an seinen Konstruktionskosten, Produktionskosten und Unterhaltungskosten teurer und umweltschädlicher ist als (in Worten) drei bis fünf glückliche, arbeithabende Menschen, die darüber hinaus kein Servicepersonal benötigen, wenn sie mal einen Flaschenstau haben.
Aber Rationalisierung um jeden Preis geht vor Menschenwürde.

Und manche Konjunkturpakete auch, - wenn man das Augenmerk darauf richtet, wem diese zugute kommen.

© Christian Koch

vom 21.02.2009, (1911 mal haben Leute dieses gelesen)

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